Japan und EU – Freihandelsabkommen in Reichweite

05.07.2017 | Tokyo: Die EU und Japan setzen mit der Einigung über ein Frei-handelsabkommen auf dem G20-Gipfel ein Zeichen für den freien Handel und für eine regelbasierte globale Wirtschaftsordnung. "Wir erwarten starken Rückenwind für die deutsch-japanischen Wirtschaftsbeziehungen", bewertet Marcus Schürmann, Delegierter der Deutschen Wirtschaft und Geschäftsführer der AHK Japan

Ambitioniertes Abkommen wichtig
Die europäischen Wirtschaftsbeziehungen nach Asien werden mit Nachdruck weiter ausgebaut. Das Freihandelsabkommen zwischen Japan und der Europäischen Union betrifft fast 30 Prozent der Weltwirtschaft und über 30 Prozent des Welthandels. Deutschland und Japan sind starke Befürworter und Treiber des Abkommens; für beide Länder wird ein erheblicher Nutzen erwartet.


So werden nach einer Studie der Bertelsmann Stiftung die Exporte der EU nach Japan zwischen 61 Prozent bis 162 Prozent steigen (Vergleichsjahr 2014) – je nachdem, wie ambitioniert die Inhalte des Freihandelskommens ausgestaltet und vor allem nicht-tarifäre Handelshemmnisse reduziert werden. Deutschland könnte auf der Basis von Daten aus 2014 von einem BIP-Wachstum von 0,7 Prozent oder 20 Mrd. Euro ausgehen und würde damit die höchsten absoluten Zugewinne aller EU-Staaten erzielen. Dabei werden besonders gute Zuwächse für die Pharmazie-, Lebensmittel-, Tabak- sowie Automobilindustrie erwartet. Auf japanischer Seite konzentrieren sich die Vorteile auf die Computer- und Elektronikindustrie. Der Maschinenbau- und Automobilsektor profitieren ebenfalls.


Deutsche Unternehmen in Japan begrüßen Abkommen

Eine aktuelle Geschäftsklimaumfrage der AHK Japan kommt zu dem Ergebnis, dass 54 Prozent der deutschen Unternehmen in Japan positive bis sehr positive Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeit erwarten. Über das Freihandelsabkommen hinaus sind zudem neue Impulse für Geschäftspotenziale in Drittländern zu erwarten. Besonders im Infrastrukturbereich in Asien werden erhebliche Investitionen in einer Höhe von 22,5 Billionen US$ erwartet. Das bietet erhebliche Geschäftspotenziale und unterstreicht die strategische Bedeutung Japans. "Schon heute sind 54 Prozent mit japanischen Partnern in Drittmärkten im Geschäft", so Schürmann.

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Die Deutsche Industrie- und Handelskammer in Japan (AHK Japan) ist die zentrale Stelle der deutschen Außenwirtschaftsförderung in Japan und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) anteilig gefördert. Sie unterstützt die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen durch breite Informations- und Öffentlichkeitsarbeit, Aufbau und Pflege von Netzwerken sowie Betreuung und Vertretung deutscher Wirtschaftsinstitutionen in Japan. Die Unterstützung von Unternehmen steht dabei im Mittelpunkt ihrer Arbeit, aber auch Standortwerbung für Deutschland gehört dazu. Die AHK Japan gehört zum weltweiten Netzwerk der 130 deutschen Auslandshandelskammern in 90 Ländern.

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