Freundinnen
(© Ute Grabowsky/photothek.net)

In Deutschland können gleichgeschlechtliche Paare künftig heiraten. Das hat der Bundestag am vergangenen Freitag (30. Juni) mit großer Mehrheit (393 zu 226 Stimmen) über die Parteigrenzen hinweg beschlossen. Mit der „Ehe für alle“ werden Schwule und Lesben in allen Bereichen Heterosexuellen gleichgestellt.

 

Bereits seit 2001 gibt es in Deutschland die „eingetragene Lebenspartnerschaft“ für gleichgeschlechtliche Paare. Diese Institution war durch den Gesetzgeber und durch das höchste Gericht der Bundesrepublik, das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, über die Jahre hinweg in fast allen Bereichen der Ehe bereits gleichgestellt worden. Der traditionellen Ehe – die laut Grundgesetz unter dem besonderen Schutz des Staates steht – werde nichts genommen, wenn die eingetragene Lebenspartnerschaft gleichgestellt werde, urteilte Karlsruhe. Ein besonders bedeutsamer Schritt der Gleichstellung war Mitte 2013 jene im Steuerrecht. Der wichtigste Bereich, in dem es bis zur aktuellen Entscheidung des Bundestages keine Gleichstellung gab, betraf das Adoptionsrecht.

 

Deutschland ist mit der Parlamentsentscheidung zum 23. Staat weltweit geworden, der die volle Gleichwertigkeit hetero- und homosexueller Partnerschaften festschreibt. In Asien ist es nur Taiwan, wo der Oberste Gerichtshof Ende Mai 2017 ebenfalls jede Ungleichbehandlung von hetero- und homosexuellen Paaren als verfassungswidrig bezeichnet und dem Parlament zwei Jahre gegeben hat, die Gesetze entsprechend zu ändern. In Japan haben mehrere Kommunen, als erste Shibuya 2015, nicht-bindende Regelungen zugunsten gleichgeschlechtlicher Paare erlassen und gestatten deren Registrierung. Die japanischen Stadtratsbeschlüsse betreffen vor allem das Mietrecht und das Besuchs- und Auskunftsrecht im Krankheitsfall.

Sie verlassen die mobil-optimierte Website der Deutschen Auslandsvertretung.